Es findet sich doch immer ein Irrer

Für den Journal Club hat sich doch wer eingetragen (und es ist keiner von den Asiaten, die eh über Weihnachten da sind) also bin ich am 27. den ganzen Tag an der Uni und darf versuchen während einem megaöden Vortrag nicht einzuschlafen.
Damit ihr euch das mal richtig vorstellen könnt: Da stellt einer ein wissenschaftliches Paper vor, das in letzter Zeit veröffentlicht wurde. Der Oberchef besteht drauf, dass das richtig oldschool gemacht wird. Also drängelt man sich im Seminarraum um einen Tisch rum (und im Stuhlkreis da außen rum weil so viele an dem Tisch gar keinen Platz haben), es werden ein paar schlechte s/w Kopien von dem Paper verteilt auf denen man die Bilder auf gar keinen Fall erkennen können darf, und der Vorstellende trägt in mehr oder weniger verständlichem, akzentbehaftetem Englisch vor um was es denn da geht, unterbrochen von Zwischenfragen und unsinnigen Diskussionen. Wichtig ist, dass auf jedes nicht erkennbare Bild und auf jede noch so lange, unübersichtliche Tabelle ausführlichst eingegangen wird. Anschließend wird noch so lange diskutiert bis das Paper auf jeden Fall völlig vernichtet und irgendwer den Tränen nahe ist während die nicht ganz so enthusiastisch beteiligte Mehrheit langsam wegdämmern würde wenn der Raum eine funktionierende Heizung hätte und nicht eiskalt wäre.
Es lebe die Wissenschaft!
Aber das tut ja nichts zur Sache, da der 27. eh nicht zur Diskussion stand. Ich dachte lediglich ich könnte euch ein wenig den wissenschaftlichen Alltag näher bringen.
Problematisch ist eher, dass mir noch mehr Arbeit aufgedrückt wurde, so dass ich noch einen ganzen Tag im Labor brauche. Ich werde am Donnerstag mal absprechen ob man das nicht am 28. machen könnte wenn der Martin eh nicht so gut passt.
29./30. stehen von mir aus immer noch. Muss halt an einem von den Tagen morgens ins Labor, aber da bin ich auch um 1 wieder daheim.